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Von Kaffeesachsen und Arabischen Coffe Bäumen

Ende November wurde publik, dass die langjährigen Betreiber des legendären Cafes "Zum Arabischen Coffe Baum" in Leipzig in Rente gehen und da keine Nachfolger gefunden werden konnten, das Cafe schließen werde.

2020 feiert das Traditionsrestaurant 300 jähriges Jubiläum - und es nicht klar, ob das Lokal zu diesem Zeitpunkt geöffnet haben wird.


Zum Arabischen Coffe Baum

Das Haus ist eines der ältesten Cafes/Kaffee-Restaurant des Kontinents. Berühmte Dichter und Denker, Komponisten und Staatenlenker waren zu Gast: Schumann, Goethe, Napoleon, Wagner, Lessing, Bach, die gesamte geistige Elite des Landes Sachsen bis hin zu Schröder oder Clinton in der jüngeren Zeit - ein jeder besuchte das Kaffeehaus.

Das ehemalige Betreiberehepaar Steffen bekannte, es sei der Höhepunkt ihrer Karriere gewesen. Auf mehreren Stockwerken in dem Gebäude in der Kleinen Fleischergasse wurde eine angesehen Gastronomie und ein traditionelles Kaffeehaus betrieben. Daneben beherbergte das Lokal noch ein Museum zur Geschichte der Kaffehauskultur in Sachsen.

Seit 1711 wird nachweislich Kaffee ausgeschenkt, das Gebäude selbst ist seit 1556 historisch belegt.


Eine gerdezu magische Atmosphäre im Inneren des Cafes

Sachsen selbst ist noch heute für seine Kaffeehaus-Kultur bekannt und spielte in der Geschichte des Kaffees in Deutschland eine herausragende Rolle.

Neben der Erfindung des Nachmittagkaffees und (mit Wien) des Kaffeehauses, einer eigenen Kaffeehaus-Ordnung im Jahr 1697 ist vor allem die Erfindung und Verwendung des europäischen Porzellans (Meißen lässt grüßen) das Zeichen für die schon legendäre Vorliebe der Sachsen für Kaffeekultur bekannt.

Dies führte zum Klischee der Kaffeesachsen, welches wohl auch auf den Siebenjährigen Krieg zurückzuführen ist. Damals sollten die tapferen sächsischen Soldaten gesagt haben: Ohne Gaffee gönn mer nich gämpfn!