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Update Aktienmarkt Iran: Warum steigen die Kurse nicht?

Von Helia A., Iran


Seit dem Crash vor zwei Monaten, der die Kurse scharf einbrechen ließ, hat sich der Index an der Teheraner Börse noch immer nicht erholt. In diesen zwei Monaten wurde im Land viel über die Hintergründe und die Markttrends diskutiert. Viele Experten erwarten die Rückkehr zu einem stabilen und positiven Verlauf und viele verschieben diese Erholung auf die Zeit nach den US-Wahlen Anfang November. Die Regierung setzte neue Regeln ein, um den Markt zu stabilisieren und versuchte mit weiteren Maßnahmen, den Markt zu unterstützen. Beide Maßnahmen führten nach Ansicht des iranischen Aktienexperten Mohammad Ahmadi jedoch nicht zu einer Erholung der Märkte und die Anlagen der vielen neuen Privatanleger schwanden weiter.


Es geht weiter abwärts: Aktienindex in Teheran. Grafik: TSE

“In dieser Zeit versucht die Regierung, die Märkte wieder auf den stabilen Aufwärtskurs zu bringen. Viele Änderungen in den Regelungen der Fonds und der Handelszeiten wurden verkündet. Die Handelszeiten wurden in verschiedene Perioden unterteilt, welches die ersten der Maßnahmen darstellte. Dies geschah parallel zum Disput der Öl-Ministeriums und des Wirtschaftsministeriums über Dara-Dovvom, welches nicht einen positiven Einfluss auf den Markt hatte, sondern Besorgnis und Brüche in den Stategien der Anleger auslöste.Die Großanleger der Entitäten wurden in den letzten Zeiten aufgefordert, Anteile der Fonds zu kaufen und ihnen wurde verboten, Anteile zu verkaufen, was aber nur zu einem kurzen Aufschwung führte. Außerdem wurden algorithmische Transaktionen verboten, der Nationale Entwicklungsfonds investierte ein Prozent seines Volumens, Banken wurde erlaubt zu investieren, Abgeordnete machten zum Teil uninformierte politische Aussagen und Tagestransaktionen wurden verboten. Diese Maßnahmen führten dazu, dass die Märkte ins Minus drehten.Das waren alle diese Entscheidungen, die die Regierung hinter verschlossener Tür beschlossen hat, um wieder Ruhe in die Kapitalmärkte zu bekommen – aber was war das Ergebnis? Die Verwirrung und das Misstrauen der Aktivisten und Anleger und schließlich ihre Entscheidung, aus dem Markt zu gehen.”


Ahmadi denkt, dass sich viele Anleger zurückhalten und sich eine lange Schlange von geplanten Käufen und Verkäufen gebildet hat. Je nachdem wie lange die Schlange diese Entscheidungen ist, zeigt sich, wie die Lage des Marktes ist, ob die Menschen auf steigende oder fallende Kurse hoffen, weil sie Angst um ihre Anlagen haben, was sich in der Entwicklung des Trends widerspiegelt. Langfristig ist das eine ernsthafte Gefahr.Er glaubt, dass einer der Hauptgründe für den Kursverfall und der Schwankungen die Zurückhaltung der Investoren ist, obwohl der Markt eigentlich angenehm laufen sollte. Die emotionale Atmosphäre ist aber so ungünstig, weil die Menschen dem Markt nicht mehr trauen und die Unternehmen schlecht performt haben.


“Shareholder fühlen sich unsicher, wegen der Entscheidungen an den Aktienmärkten und seit ein, zwei Monaten ist nichts mehr positives geschehen”, sagt Ahmadi. “Es ist ziemlich eindeutig, dass der wichtigste Grund für den anhaltenden Abwärtstrend die Furcht, Misstrauen und Unsicherheit im Markt ist. Als Ergebnis haben sich die Kapitalisten zurückgezogen und das hat den Markt emotional und volatil gemacht.”


Entwicklung des Index in den letzten 12 Monaten. Grafik: TSE

Andererseits warten Anleger, die gerade ihre Anteile verkauft haben auf einen positiven Ausblick, um wieder in den Markt zu gehen. Natürlich können Schwankungen in anderen Märkten und steigende Preise für Gold, Devisen und Münzen positive Signale setzen, damit Anleger wieder in den Markt gehen. Aber starke Schwankungen können auch eine Hoffnung für die Anleger sein, dass Liquidität wartet, um wieder in den Markt zu gehen. In jedem Fall sind wegen der politischen Lage und den Regelungen Aussagen über die Zukunft kaum möglich und nie zu Hundert Prozent richtig.”


Ahmadi erkennt an, dass der Aktienmarkt sich längst von den ökonomischen Hintergründe gelöst hat und dass andere Gründe wie Sanktionen, die US-Wahlen und anderes wichtiger für den Aktienmarkt sind und Unsicherheiten im Markt erzeugt haben. Wichtiger seien aber vor allem Maßnahmen inter, um praktische Hilfe für den Markt zu machen, um die Kurse zu stützen.“Was die Regierung , die Börsenorganisation und die Ministerien begreifen müssen, ist , dass die Umstände heute viel anders als in den vorherigen Jahren sind. Der Markt ist viel größer geworden und hat viel mehr Anleger. Wegen der Relevanz des Aktienmarkts für richtige Investoren sollten viel mehr Bemühungen geschehen, um diese im Markt zu halten.


Auf der anderen Seite ist der Kapitalmarkt nicht wie andere Märkte, welche keine Benefits für die Wirtschaft des Landes erzeugen. Wenn die Organisation richtig gemacht wird, kann Liquidität in die Wirtschaft fließen, vor allem in die Industrie, was zu höheren Profiten der Anleger und wiederum zu höherer Produktion im Land führen kann. Daher müssen die richtigen Maßnahmen auf wissenschaftlicher und ökonomischer Basis ergriffen werden, um das Vertrauen der Menschen wiederzuerlangen, damit die Investments stabil und sicher bleiben.”Nach den Aussagen von Ahmadi kann der Einstieg des Nationalen Entwicklungsfonds mit einem Prozent seines Volumens trotz großer Kritik den Markt stabilisieren, da die Kurse jüngst stark gestiegen waren und keinerlei ökonomischen Hintergrund dafür haben.


Die Reform des Marktes hat bei einigen Fonds Verluste von bis zu 60 Prozent ausgelöst und der Nationale Entwicklungsfonds könnte diesen Verfall begrenzen.Ahmadi sagt, dass die Bemühungen der Experten die Regierung dazu bewegen sollen, das Vertrauen der Bevölkerung wieder zu erlangen: “Gerade jetzt sollte der Markt schwanken, um richtige Entitäten wieder in den Markt zurückzubringen, weil viele Variablen wieder Dollar-Preis, der Goldpreis und die US-Wahlen und Sanktionen die Risiken für richtige Entitäten erhöhen. Wenn diese Faktoren stabilisiert werden können, werden die Marktrisiken reduziert und das Vertrauen kehrt zurück.”