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Scha(c)hmatt!

Wer kennt es nicht – Bauern, Springer und Türme ziehen in den Krieg. Endlose Schlachten schlagen sie gegeneinander und hoch über ihnen thronen die Königin und der König, überwachen die Züge ihrer treuen Untertanen und hoffen, dass nicht sie es sind, die am Ende die Krone verlieren. Die Rede ist selbstverständlich von dem so bekannten wie alten Spiel Schach. Schach ist sicherlich kein Spiel, dass heutzutage Jubelrufe bei der Jugend auslöst, aber es war, ist und bleibt beliebt genug, dass es nach wie vor eine Schachweltmeisterschaft gibt, die sogar teilweise im Fernsehen übertragen wird.


Der Zug des Königs entscheidet.

Schach ist einfach ein Spiel, dass es gefühlt immer schon gab und immer geben wird. Doch woher kommt dieses Spiel eigentlich? Die Antwort auf diese Frage ist komplex, es gibt nicht einen einzigen Erfinder des Schachspiels. Vorläufer des uns bekannten Spiels wurden in Indien, China und auch in Persien gespielt. Die meisten Hinweise darauf, wie aus diesen alten Spielformen letztlich Schach wurde, stammen aber aus Persien, dem heutigen Iran. Ein berühmter persischer Dichter namens Firdausi hat eine ganze Reihe von Geschichten und Legenden zusammengetragen, in denen Schach und seine Entstehung eine Rolle spielt. Im damaligen Persien selbst nannte man das Spiel 'Chatrang'. Das mag überraschend klingen, ist der persische Begriff „Schah“ für König doch der heutigen Bezeichnung „Schach“ sehr nahe – die ältesten Schriften zum Schachspiel stammen aber aus Indien, wo das Spiel Chatarunga genannt wurde.


Das persische Chatrang ist vermutlich an diese Bezeichnung angelehnt. Das bedeutet aber nicht, dass das Wort Schach mit dem persischen Schah nichts zu tun hat – im Gegenteil: Chatrang ist nur die Bezeichnung für die historische Form des Schach. Der Name Schach, wie wir ihn heute kennen, ist tatsächlich vom persischen Schah abgeleitet! Auch der Begriff Schach Matt ist aus dem Persischen abgeleitet: šāh māt bedeutet, dass der König ratlos ist und nicht mehr weiter weiß.


Chatrang, oder Chatarunga, setzte sich aus vielen verschiedenen Spielen zusammen und wurde erst um das 7. Jahrhundert herum als Vorläufer des Schachspiels erkennbar. Über die Seidenstraße fand es seine Verbreitung und wurde weltbekannt. Heutzutage kennt jedes Kind dieses Spiel - die letzte Schachweltmeisterschaft fand erst 2018 in London statt, gewonnen hat sie der Norweger Magnus Carlsen. Er ist bereits seit 2013 amtierender Schachweltmeister, mit nur 27 Jahren! Übrigens: Die Spielfigur des Turms wurde damals Ruch oder Roch genannt, und das Wort ist auch heute noch ein Teil des Spiels – nämlich im Spielzug der Rochade.