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Pahlavi: Keine Alternative für den Iran

Von Tooba Moshiri, Iran (TM)


In den letzten 41 Jahren herrschte die Islamische Republik über den Iran, nach der Revolution im Jahre 1979 schaffte man die kaiserliche Regierung ab und gründete die Islamische Republik.Eine Revolution, welche selbst vor der Nationalflagge sowie die Staatshymne nicht halt machte.Für die ersten Jahre nach der Revolution führte Ayatollah Khomeini das Land. Nach seinem Tod übernahm Ayattollah Khamenei, er regiert das Land bis heute. In all diesen Jahren galten Israel, die USA und die vorherige kaiserliche Regierungen als die Feinde der Islamische Republik.


Von ihren Anfängen bis heute, hat die Islamische Republik ihren Gegnern keinen Spielraum zugebilligt und bekämpft vehement die Unterstützer des Imperialismus mit harten Strafen. Niemand hatte je das Recht die Pahlavi Dynastie und die kaiserliche Regierung des Irans zu unterstützten oder auch nur den Anschein von Interesse zu bekunden. Die iranische Revolution wurde immer als der Sieg des Rechts über das Unrecht verkauft.


Sohn des letzten Schah und umtriebiger Redner im Ausland: Reza Pahlavi

In den ersten Jahren nach der Revolution, noch bevor das tragen der Hijab gesetzlich verankert wurde, verließen viele Regierungsangestellte sowie Unterstützer der Pahlavi Dynastie das Land.Viele tauschten ihr Vermögen in Fremdwährung und verließen das Land. Manche von ihnen kamen nicht einmal in die Gelegenheit ihren Besitz und ihr Vermögen zu veräußern, sie packten ihr Hab und Gut und immigrierten nach Europa oder den USA.

Die neu verfassten Gesetzte sowie die geänderte Verfassung schützten nicht die Werte der breiten Bevölkerung, sondern lediglich von einigen wenigen. Den neuen Gesetzten geschuldet fanden sich viele vor Gericht wieder, manche mit der Aussicht auf Gefängnis- oder sogar Todesstrafen. Mit dem Ausbruch des Irak Krieges spitze sich die Situation weiter zu, doch mit der Zeit und dem Generationenwechsel der letzten 41 Jahre konnte sich die neue Regierung an der Macht halten und sich weiter festigen.

Hooman Kianian ist heute über 60 Jahre alt. Zwei seiner Brüder zogen nach der Revolution nach San Francisco, er selbst lebte in Seattle für einige Jahre. Hooman war und ist ein Unterstützer der kaiserlichen Regierung. Mittlerweile hat er seine einzige Tochter nach Zypern geschickt, er ist in seine Geburtsstadt Tonekabon gezogen, um dort die letzten Jahre seines Lebens zu verbringen.


Er kommentiert: “Selbst der agnostischste Revolutionär hätte nicht geglaubt, dass sich der Iran so entwickeln würde. In der Zeit der Revolution sprachen alle vom ausbeuterischen Westen und der Unfähigkeit des kaiserlichen Hofs das Land zu regieren. Heute sehen sie alle darüber hinweg, wie die Mullahs sich alles einverleiben und aufgrund ihrer brutalen und flächendeckenden Unterdrückung, es niemand wagt sich gegen die Regierung auszusprechen. Hätte der König jemals solche Methoden verwendet um die Demonstranten loszuwerden, so hätte es wahrscheinlich niemals eine Revolution gegeben.”


Kein Fan von Reza: Die Jugend des Landes will Demokratie

Vor nicht allzu langer Zeit kommentierte der Prinz Reza Pahlavi, in Gedenken an den 40. Todestag des ehemaligen Königs Mohammad Reza Pahlavi, folgendes:“Vor 40 Jahren, an einem Tag wie diesem, schloss mein Vater, der König von Iran, seine Augen am sandigen Ufer des Nils. Die Tränen des Königs waren mit dem Verlust seines Heimatlandes nicht zu vernehmen, die Schreie der Mütter jedoch werden hörbar sein. In diesen Tränen und letzten Atemzügen verbarg sich viel unausgesprochenes.”


Unterstützer des Imperialismus wäre sicher gerührt von solch einer Lobrede, jedoch scheint es, dass die jüngeren Generationen sich von solchen Emotionen und Reden der Pahlavi Dynastie wenig beeinflussen lassen. Arash Poormoazez, ein Absolvent der dramatischen Literatur, leitete ein paar Theateraufführungen. Schwerpunkte seiner Aufführungen behandelten zeitgenössische Geschichte sowie politischer Kontext. Arash glaubt, dass in der heutigen Welt es keinen Platz für Reza Pahalvi im derzeitigen Regierungssystem des Iran gibt. Nicht jetzt und auch nicht nach einem Regimewechsel.


Er erklärt weiter:

“ Reza Pahlavi hat niemals in einem Büro in Iran gearbeitet, es weiß rein gar nicht was das Land und seine Leute bewegt. Unsere Generationen wurden in die Islamische Republik geboren und habe keine bestimmten Erinnerungen an die Pahlavi Familie. Was aber ganz klar ist, ist dass Reza Pahlavi, nur weil er der Sohn vom König ist, keine Veränderungen im Iran voranbringen kann. Deshalb sehe ich selbst sowie gleichgesinnte seine Worte als bloße Slogans und vor allem als keine echte alternative zum derzeitigen Herrschaftssystem im Iran.“


Die Korruption und Diktatur des Königs sowie dessen Hof, die schlechte wirtschaftliche Situation vieler Stadtbewohner und Arbeiter in kleineren Städten, führten schlussendlich zur Revolution. Viele historische Studien beschreiben die islamische Revolution als einen vielversprechenden Anfang. Es war eine Revolution, die die Mitte der Gesellschaft sowie die Arbeiterklasse zusammenführte. Die Resultate der Revolution, befriedigten jedoch nicht die breite Masse der Revoluzzer, sondern lediglich eine der Regierung nahestehende Handvoll religiöser Extremisten.


Durch statistische Analysen und vergleiche vergangener Wahlen, lässt sich eine Übersicht über die Wählerbasis der Reformisten sowie der Konservativen Wähler feststellen. Das Resultat der Analyse zeigt, dass die Konservative Fraktion, welche den Ansichten der Führung des Landes nahesteht und die den größten politischen Einfluss hält, etwa 20 bis 25 Prozent der Wählerbasis ausmacht. Diese Basis beinhaltet alle Lager, von Konservativen bis zu Fundamentalistischen Parteien ( von moderaten Konservativen bis religiös extremistischen Kräften). Die Reformisten bzw. gemäßigte Parteien halten auch etwa 25 Prozent der Wählerbasis inne. Zusammengefasst macht das 50% der Wählerschaft aus, der Rest der iranischen Bevölkerung gehört zu keinem der beiden Lager, obwohl manch einer einen Kandidaten aus einem der beiden Lager wählen mag.


Es gibt keine Statistik darüber wie viele auch heute noch die Pahlavi Dynastie und die kaiserliche Regierung unterstützen würden, es mag jedoch eine kleine Anhängerschaft geben. Heute noch werden in Stadien außerhalb Irans von Fans die Flaggen der Pahlavi Dynastie geschwungen, um iranische Teams und Athleten anzufeuern. Damit ist klar, dass viele Leute auch heute noch Pahlavi folgen und ihre Unterstützung im eigenen Land lediglich verbergen. In Europa sowie der USA wird es jedoch immer Anhänger geben, die die kaiserliche Regierung unterstützen und die Islamische Republik ablehnen.