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Neues vom Atomkonflikt: Iran falsches Spiel


Reaktor in Arak/Iran


Eine sehr lesenswerte Analyse zweier Fachleute enthüllt das falsche Spiel der iranischen Führung im Atomkonflikt mit den USA. Während die Europäer noch intensiv um eine Fortführung des Abkommens JCPOA und die Installierung alternativer Finanzwege kämpften, hatte die iranische Führung bereits beschlossen, das Atomabkommen platzen zu lassen. Das jedenfalls legt eine Darstellung der Maßnahmen in der NZZ dar. So hatten die iranischen Hardliner bereits kurz nach der Aufkündigung des Abkommens durch Trump begonnen, die technischen Voraussetzungen für die Herstellung angereicherten Urans zu schaffen. Dabei wurde von einem Zeithorizont von etwa 10 Monaten ausgegangen, der benötigt werde, um angereichertes Uran herzustellen. Dieser Zeitpunkt wurde im Frühjahr/Anfang Sommer 2019 erreicht – just in dem Moment, als das iranische Regime den Europäern ein nicht zu erfüllendes Ultimatum setzte. Es sieht also so aus, als hätten die Hardliner ihren „Fehler“, nämlich die Zustimmung zum Atomabkommen, bereinigen wollen und die Aufkündigung des JCPOA durch Trump wäre ein sehr gern gesehener Anlass gewesen. Die Äußerungen und Informationen zeigen nämlich, so die Autoren des Artikels in der NZZ, dass die Hardliner das JCPOA nie akzeptiert hatten. Neben den fatalen außenpolitischen Folgen dieses Verhaltens, ist nun auch spannend, wie sich der inner-iranische Konflikt entscheiden wird – auf der einen Seite stehen die Mächtigen Hardliner um Khamenei, auf der anderen Seite die pragmatischen Kräfte, die nun vor den Scherben ihrer Bemühungen stehen. Wie auch immer der Kampf ausgeht: Es bleibt spannend. Leider wird dieser Konflikt auf dem Rücken von Millionen von Menschen ausgetragen, die hungern, leiden und in Unsicherheit leben müssen.