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Nach dem Tod Soleimanis: Wo wird der Iran Vergeltung üben?

Der Angriff auf den Kommandeur der Quds-Brigaden Quassem Soleimani wird blutig für die USA werden – sagen zumindest die Familie und die iranische Regierung. Bislang gab es noch keine direkte Reaktion auf den Tod durch eine US-amerikanische Drohne, aber alle Beobachter erwarten eine Reaktion des Iran.

Wo also könnte der Iran zurückschlagen?


Soleimani (rechts). Bild: Khamenei.ir

Der Irak bietet sehr günstige Voraussetzungen für eine Racheaktion des Iran: Noch immer stehen rund 5000 US-Soldaten im Irak und bieten ein vermeintlich leichtes Ziel für schiitische Milizen oder Aktionen der Quds-Forces. Für einen Angriff im Irak würde auch die Tatsache sprechen, dass mit Al-Muhandis der Chef der Iran-nahen Milizen ebenfalls bei dem Angriff getötet wurde. Der jüngste Angriff auf die US-Botschaft könnte ebenfalls als Blaupause dienen, auch wenn die USA ihre Botschaft wohl stark verteidigen werden. Gleichwohl haben die USA erste Mitarbeiter außer Landes gebracht und alle Zivilpersonen im Irak aufgefordert, das Land zu verlassen.


Hisbollah-Milizen im Libanon

Aber auch im Libanon bzw. gegen Israel könnte der Iran zuschlagen: Dort haben die Iraner mit der Hisbollah eine starke Miliz und einflussreiche politische Kraft, die Anschläge und Angriffe gegen den US-Verbündeten Israel ausführen könnte. Nicht ohne Grund hat Israel seine Armee in Alarmbereitschaft versetzt und die Grenzen geschlossen. Die Hisbollah hat rund 130.000 Raketen wie Experten vermuten und könnte das israelische Abwehrsystem Iron Dome überwinden, das wohl nur die Hälfte der Raketen abfangen könnte. Ein Angriff auf Israel würde aber zwangsweise eine massive Reaktion der Israelis nach sich ziehen – und wohl auch eine Reaktion der US-Armee provozieren.



Treffen der Extremisten: Der sogenannte "Al-Quds-Tag" in Malmö"

Möglich könnten aber auch Anschläge in Europa oder den USA sein. So ist es bekannt, dass die Quds Forces ihre Einheiten auch im Westen platziert haben und mögliche Anschlagsorte ausgepäht haben. Potenzielle Angriffsziele könnten US-Ziele wie Behörden, Institute, Botschaften, aber auch israelische und jüdische Einrichtungen sein. Vor einiger Zeit kam auf, dass Quds Forces jüdische Einrichtungen und den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Deutschland ausgespäht hatten. Als letzte Maßnahme könnte der Iran auch versuchen, den Ölhandel im Persischen Golf zu blockieren und damit die Weltwirtschaft zu schädigen. Vorteil für den Iran wäre, dass der Iran keine physischen Angriffe durchführen würde und somit eine massive Reaktion der USA abwenden könnte.