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Mehr als nur ein schönes Aushängeschild? Königin Rania von Jordanien

Gut unterrichtete Kreise in England sagen, dass die englische Monarchie William und vor allem Kate die Rettung zu verdanken haben, da sie einer überkommenen Einrichtung einen modernen Anstrich geben – aber das ist ein anderes Thema. Auch in den Monarchien anderer Länder gibt es gelegentlich Ausnahmegestalten, die in der Regel den männlichen Autokraten einen modernen Glanz geben. Ob Königin Rania von Jordanien eine ähnliche Rolle spielt, mögen wir von hier aus nicht zu erkennen, aber eines ist klar: Rania ist eine Ausnahmefigur im Nahen Osten.


Zwei Ausnahmegestalten, die ihre Männer überstrahlen: Rania von Jordanien und Michelle Obama im Jahr 2009


Geboren in Kuwait als Tochter von palästinensischen Eltern studierte sie an der American University in Kairo und arbeitete in der Folge für Apple in Amman und zuvor für die Citibank. Das schicksalhafte Treffen, das ihr Leben für immer ändern würde, fand auf einer Dinnerparty im August 1992 statt. Die damals 22-jährige Rania traf den jordanischen Prinzen. Von dort an ging es schnell: Ein halbes Jahr später verlobten sich die beiden, Mitte 1993 fand die – natürlich märchenhafte – Hochzeit der beiden im Kreise von anderen Monarchen aus aller Welt statt. 1999 bestieg ihr Mann den Thron. Beide haben vier Kinder. Dort könnte die Geschichte enden, doch das tut sie nicht.


Unermüdlich im Einsatz für Kinder und Bildung

Rania schaffte es, trotz ihrer Rolle als Ehefrau eines Königs ein eigenes Profil zu entwickeln. Sie engagierte sich stark für Bildung und Ausbildung in Jordanien und Vorsitzende unterschiedlicher Initiativen. Darüber hinaus setzt sie sich für soziale Zwecke ein und versucht, die Armut der Kinder in Jordanien zu lindern, zum Beispiel als sie einen Fonds für Waisenkinder ins Leben rief. Im November 2000 schließlich der „Ritterschlag“: Die UNICEF nimmt sie als Botschafterin für ihre Global Leadership Initiative auf. Von da an war sie auch immer öfter in internationalen Initiativen für Bildung und Entwicklung zu sehen und erlangte internationale Anerkennung.


Heute ist sie das Aushängeschild der jordanischen Monarchie und ein Symbol für einen starken selbstbewussten Feminismus, der in der arabischen Welt seinesgleichen sucht. Sie ist weit mehr als nur ein schönes Gesicht, sie zeigt, wie in den verkrusteten arabischen Gesellschaften Moderne gelingen kann.