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Lecker lecker: Taybeh

Seit bald einem Vierteljahrhundert besteht die schon fast legendäre Brauerei Taybeh im Westjordanland. Im Jahr 1994, dem Jahr des historischen Friedenprozesses, entstand ein einmaligen Projekt in einer kleinen Ortschaft nahe Ramallah. Im Ort Taybeh (in etwa mit "lecker, gut" zu übersetzen) baute ein christlicher Geschäftsmann eine Brauerei auf, die sich bis heute halten konnte und "streng nach deutschem Reinheitsgebot" braut, wie die Brauerei betont.


Bier, Tracht und Oktoberfest - und trotzdem Palästina (Webseite der Taybeh Brauerei)

Der überwiegende Teil der 600.000 Liter Bier wird übrigens im Westjordanland selbst getrunken - der Rest wird nach Israel exportiert und ein kleiner Teil ins Ausland. Schon bei der Gründung achteten die Brauer darauf, einen Rabbi einzubeziehen, so dass die Biere der Brauerei als koscher zertifizert sind und ohne Probleme von gläubigen Juden getrunken werden können. Das alkoholfreie Bier ist sogar halal zertifiziert und damit auch für den strenggläubigen Moslem erlaubt.

Die Realität der arabischen Länder und in der westlichen Welt zeigt aber, dass auch die alkoholischen Biere gerne und viel getrunken werden. Bier verbindet - das ist und war der Traum der bayerischen Brauereien auf dem Oktoberfest und auch der palästinensischen Brauer aus Taybeh, die ihr Bier nach dem Ort benannt haben und damit auch recht haben - das Bier schmeckt in der Tat außerordentlich lecker und ist ein Beitrag zur Völkerverständigung, wie ihn die Gründer der Brauerei noch heute erstreben.

Ganz von der aktuellen Politik bleibt leider die Brauerei auch nicht verschont: Bis heute verbietet die Hamas die EInfuhr selbst des alkoholfreien Bieres aus dem Westjordanland. Dennoch haat sich die Brauerei seit ihrer Gründung vor fast 25 Jahren einen einzigartigen Ruf aufbauen können und ist Stolz eines ganzen Ortes.

Falls Ihnen also in nächster Zeit mal ein Taybeh im Getränkemarkt Ihres Vertrauens vor die Linse gerät, greifen Sie zu. Es schmeckt und ist gelebte Unterstützung für ein palästinensisches Dorf.