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Illegale Bauvorhaben im Norden des Iran

Von Tooba Moshiri, Teheran (TM)


Im Norden des Iran und an den Küsten des Kaspischen Meeres liegen die drei Provinzen Golestan, Gilan und Mazandaran. Diese Provinzen sind nicht nur wegen ihres gutes Klimas eine beliebte Touristenregion für die Iraner seit vielen Jahren. Viele Iraner haben in den Städten der Provinzen Land gekauft und sich eine Villa oder ein Haus darauf errichtet. Jedoch sind nicht alle diese Konstruktionen legal.


Landschaften im grünen Norden des Landes. Bild: TM

Oftmals ist das Land nicht als Bauland freigegeben und eigentlich als Agrarland verkauft worden, sind Teil des Waldes oder des Strands zum Meer. In vielen Fällen haben die Behörden gegen die Menschen, die gegen die Vorschriften verstoßen haben, etwas unternommen, dennoch bleiben viele Fälle, in denen das Recht eindeutig gebrochen wurde und Häuser errichtet wurden.Mazandaran ist die Provinz der drei Regionen, die am nächsten zur Hauptstadt Teheran liegt und bei Teheranern sehr beliebt ist. Wenn man Teheran Richtung Osten oder Westen verlässt, führt die erste Straße immer nach Norden Richtung Mazandaran.


Der Immobilienmarkt ist immer heiß und die Rolle des Tourismus wird durch viele Plakate, Shops, Hotels, Villas und Restaurants entlang der Straßen sichtbar.Seyed Hassan Miri, Generaldirektor des Mazandaran Inspectorate, erwähnt die vielen Dörfer und dass die Bewohner der Dörfer das größte Opfer des Baubooms in der Provinz sind: “Entwicklung muss auf dem Land geschehen. Aus diesem Grund müssen wir Maßnahmen treffen, um nicht genehmigten Landverbrauch und Bauarbeiten zu stoppen und die Profiteure illegaler Dinge am Kauf von falschen Lizenzen in den Dörfern zu hindern. Es muss eine dauerhafte Überwachung von Land und Bauarbeiten geben, weil Schwäche im Monitoring in jeder Behörde zu Korruption führt und daher Kontrolle Missbrauch verhindert. 24.000 Hektar jungfräuliches Land wurden in Bauland verwandelt und das ist nur ein kleiner Teil für die Provinz.”


Und viel zu oft leider illegal errichtet. Bild: TM

Jedoch wurden in vielen Fällen nicht genehmigte Bauarbeiten, die meist von Raubbau an Waldflächen begleitet werden, ohne Kontrolle zugelassen und in manchen Fällen sind die Genehmigungen nichts rechtskonform. Die Prävention von Landkonversionen und Segregation sowie gegen illegale Bauarbeiten müssen verstärkt werden. Die zahlreichen Landverkäufer, die die Gesetze so verdrehen, dass sie ihnen nützen, müssen gestoppt werden. Korruption, die schon auf den unteren Rängen der Behörden beginnt – wie zum Beispiel in den Landbehörden – sind ein Bruch des Rechts.


Navid Zeinati und seine Familie leben in Mazandaran und über das Jahr hinweg besucht er seine Familie zu zahlreichen Gelegenheiten in seiner Heimatstadt Babol. Er ist 28 Jahre alt und Geographielehrer in Teheran. Navid kritisiert die vielen nicht genehmigten Bauten und die Zerstörung von natürliche Ressourcen im Norden des Landes, aber er sieht nicht nur in den Menschen, die nach Norden ziehen, das Problem. Er kritisiert auch die Dorfbewohner in Mazandaran: “Leider ignorieren die Dorfbewohner die Konsequenzen und wird einen Vertrag unterzeichnen, wenn er sieht, dass er sein Grund und Boden für ein Vielfaches des Preises in bar verkaufen kann. Und die lokalen Regierungen und Umweltbehörden sehen weg, da sie vielleicht einen Profit aus der Sache schlagen können, wenn sie sich blind stellen.”200.000 Hektar Land in den nördlichen Provinzen sind in Gefahr, in Bauland umgewandelt zu werden.


Mazandaran hat mehr als 3200 Dörfer und rund 45 Prozent der Bevölkerung von rund 3,2 Millionen leben in Dörfern. Kürzlich wurden laut einem Bericht einer Lokalzeitung 3000 illegale Gebäude mit Strafen belegt. Jedoch sind, so der Bericht, rund 30 Prozent der Bauvorhaben in der Provinz nicht genehmigt.


Die traditionellen Dörfer gehen immer öfter verloren. Bild: TM

Die staatlichen Medien verschweigen überlicherweise die Vorgänge in der Region und Behördenvertreter verneinen in Interviews mit diesen Medien überlicherweise, dass es Gesetzesübertritte gibt und betonen die strenge Kontrolle der Regierung. In Hinblick auf dies sagt Hossein Mirzaei, Director general of the Office of Conservation and Protection of Natural Resources of the Forests: “Diese Dinge sind Teil von gesetzlichen Beschränkungen, Wälder sind grundsätzlich nicht übertragbar und es sollten keine Bauvorhaben dort geben.”Mirzaei ergänzt: “Rund 84 Prozent des Landes haben nationales Land und natürliche Ressourcen. Jede Nutzung von natürlichen Ressourcen müssen im Einklang mit dem Gesetz und den Potenzialen und Grenzen der natürlichen Ressourcen geschehen. Die Gesetzgeber haben Strafen für die ungesetzliche Ausbeutung der Natur beschlossen und Straftäter werden nach den Grundlagen des Gesetzes verfolgt.”


Peyman Amoli, 30 Jahre alt, lebt im Dorf Parsi nahe der Stadt Pol-e-Sefid in Mazandaran. Er stellt Milchprodukte und anderes auf seinem Land her und verkauf es an Touristen, die in Pol-e-Sefid vorbeikommen. Er glaubt, die Provinz habe eine große Menge an natürlichen und unberührte Ressourcen. Er glaubt, dass kontrollierte Bauvorhaben in der Provinz keine Spuren in der Natur hinterlassen könnten. Peyman erklärt weiter:“Seit langer Zeit haben die Menschen in Mazandaran ein gutes Einkommen von Touristen und viele Jobs hängen vom Tourismus in der Region ab. Touristen brauchen Hotels, ein Haus oder eine Unterkunft und erwerben normalerweise Land von den Dorfbewohnern. Das hilft der Wirtschaft der Region und den Dorfbewohnern. Wenn Bauvorhaben auf Gipfeln, welche mit dem Schlagen von Wald begleitet werden, verhindert werden und sich die Bauvorhaben auf das Dorf und die Straße beschränken, wird jeder zufrieden sein und es wird keine Probleme geben.”


Die wichtigste Wirtschaft in Mazandaran ist Landwirtschaft. Die Provinz spielt eine große Rolle als Nahrungsmittelhersteller des Landes, vor allem bei der Produktion von Reis, Huhn, Gemüsen, Zitrusfrüchten, Meeresfrüchten und Eiern zählt die Region zu den wichtigsten Produzenten. Bei einem Wandel des Agrarlands in Bauland und der Migration der Farmer und Dorfbewohner in die Städte, könnten sogar Probleme bei der Nahrungsmittelproduktion entstehen.Es wird vorgeschlagen, dass die Eigentümer von Ackerland, bevor sie ihr Land verkaufen zu Landwirtschaftlichen Beratungsstellen gehen, um Beratung und passende Lizenzen zu bekommen. Das Agriculture center of Iran wehrt sich gegen Verletzungen der Gesetze und hat verlautbaren lassen, dass die keine Einigungen mit denen eingehen wird, die die Nahrungsmittelsicherheit der Bevölkerung gefährden und das Gesetzesbrecher mit der Härte des Gesetzes rechnen müssen.