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Heute vor 60 Jahren: König Faisal wird gestürzt

Am 14. Juli 1958 wird Faisal II., König des Königreiches Irak, im Alter von nur 23 Jahren kurz vor der Hochzeit mit Prinzessin Fazila von Ägypten gestürzt.

Ebenso wird probritische Regierung unter Premierminister Nuri As-Said beseitigt, As-Said gemeinsam mit Faisal II. und dessen Onkel ermordet und ihre nackten Leichen durch Bagdad geschleift.


Faisal II. in klassischer Pose

Was war geschehen?

Nach dem Untergang des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg übertrug der Völkerbund 1922 den Irak an Großbritannien. Bereits zwei Jahre zuvor hatte die englische Kolonialmacht aus den ehemaligen Provinzen Bagdad, Mossul und Basra das Königreich Irak geformt und unter ihre Kontrolle gebracht.

Gleichwohl begehrten die irakische Bevölkerung und Eliten gegen die britische Vorherrschaft auf, ein erster Putsch 1941 scheiterte aber.

1958 schließlich gelang der Putsch der Freien Offiziere gegen die (mit Recht) als einseitig pro-britisch und anti-arabisch angesehene Regierung und das Königshaus.

Die Offziere riefen die Republik aus, die Monarchie wurde abgeschafft, das Frauenwahlrecht eingeführt und der Irak trat aus dem britisch dominierten Verteidigungsbündnis CENTO aus. Auch die britische Militärpräsenz wurde beendet und die Freiheit für den Irak verkündet.

Gleichzeitig stärkte der neue Premier Abd al-Karim Qasim die Verbindung zu Ägyptisch-syrischen Republik unter Nasser und der Sowjetunion.

Seine Maßnahmen verschafften Qasim große Popularität im Volk, jedoch auch Widersacher. Der erste Anschlag auf ihn wurde schon ein Jahr später verübt. Drahtzieher waren Mitglieder einer kleinen Partei, unter ihnen ein gewisser Saddam Hussein.