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Die Janjawid sind wieder zurück

Die Janjawid gerieten mit dem Darfur-Konflikt 2003 in das Augenmerk der Weltöffentlichkeit.

Zur Unterdrückung der Aufständischen bewaffnete die sudanesische Regierung die Janjawid, die mit großer Gewalt gegen die Rebellen vorgingen.


Von Darfur nach Khartoum: Die Janjawid sind zurück - und mächtiger denn je

Doch die Janjawid waren nicht erst in den 2000er Jahren aktiv. Bereits in den Jahrzehnten davor aigerten sich losgelöst, verbunden oder gegen Mächtige der Region.

So kämpften sie mit der Armee des Tschad gegen das Machtstreben Gaddafi und konnten ihn 1988 besiegen.

In den 1990er Jahren begannen erste Konflikte in der Darfur-Region und die Janjawid bewiesen ihre Grausamkeit und Kampfkraft.

Nach rund 250.000 Toten und zwei Millionen Vertriebenen beruhigte sich die Lage, blieb aber angespannt.

Mit dem Sturz des Langzeit-Diktators Omar al-Baschir in diesem Jahr kehrten die Janjawid wieder zurück: Als "Rapid Support Force" (RSF) agieren sie nun wieder auf Seiten der Generäle, die die Macht nicht an eine zivile Regierung abgeben möchten, so wie die Demonstranten es in Khartoum fordern.


Gefürchteter Gewaltprofi: Hemeti

Die Janjawid/RSF sind die gefährlichsten und brutalsten Gegner der friedlichen Revolution und sind dementsprechend verhasst und gefürchtet. Ihre Pickups, die inzwischen überall in Khartoum Stellung bezogen haben, zeugen von der furchteinflößenden Historie der Miliz.

Ihr Anführer, Hemeti genannt, hat mit der Miliz eine starke Machtbasis im Land, die der zu seinen Gunsten nutzt. Der 1975 geborene Hemeti - bürgerlich eigentlich Mohamed Hamdan Dagalo - befehligt eine sehr kampfstarke Miliz von bis zu 70.000 Mann und stellt sich nun offenbar gegen die Demonstranten im Sudan.

Noch ist nicht abzusehen, wie die brutal die Janjawid gegen die Demonstranten vorgehen werden, aber die ersten Massaker zeigen: Die "Teufel auf dem Pferd" so eine Übersetzung des Begriffs Janjawid sind wieder zurück.