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Der große Krieg fällt erst mal aus

Nach dem Angriff auf den Fahrzeugkonvoi des Quds-Forces-General und weltbekannten Strategen Quassem Soleimani drohte der Iran mit beispiellosen Vergeltungsmaßnahmen. Jede Reaktion werde furchtbare Schmerzen bei den US-Amerikanern auslösen, tönte das Regime in Teheran. Besonders der Revolutionsführer Khamenei schien persönlich angegriffen und sprühte vor Wut auf die USA.


Rakete vom Typ Qader

Am 7. Januar schließlich kam die Reaktion der Iraner: Mehr als ein Dutzend Raketen wurden aus dem Iran

auf zwei auch von den USA genutzten Militärbasen gefeuert und explodierten in großen Feuerbällen. Die Iraner sprachen kurz danach von rund 80 toten US-Soldaten und vollständig zerstörten Militärbasen.

Doch die Vergeltung war gar keine: Wie sich kurz danach herausstellte, gab es auf Seiten der USA keinen einzigen Toten, auch die Schäden waren vergleichsweise harmlos. Wie Medien wenig später meldeten, wurden die USA vom Irak gewarnt und konnten ihre Soldaten in Sicherheit bringen.

Für den Iran war der Angriff auf die US-Basen trotzdem ein „Erfolg“: Der eigenen Bevölkerung gegenüber konnte der Iran von einer massiven Vergeltung sprechen, gleichzeitig wurden die USA nicht weiter provoziert, sodass keine vernichtende Reaktion – wie von Trump angedroht – zu erwarten ist.

Wieder einmal zeigt die iranische Führung, dass sie trotz ihrer ideologischen Verbohrtheit flexibel ist. Denn ein Angriff auf die USA mit tatsächlich 80 Toten hätte wohl eine starke Reaktion der USA nach sich gezogen und das Regime in seinen Grundfesten bedroht. Der große Krieg fällt somit erst mal aus, auch wenn die Angriffe mit Raketen im Irak auf kleiner Flamme weitergehen.