• Redaktion

Corona kehrt zurück

Von Tooba Moshiri, Iran (TM) Aufzüge bringen Gäste des Kourosh Entertainment Komplexes zwischen den verschiedenen Stockwerken hin und her. Familien und viele junge Leute gehen durch die Gänge und stehen vor den Schaufenstern, Konsumenten und Ladenbesitzer handeln und nur wenige tragen eine Maske auf ihrem Gesicht. Nur die Kinos im obersten Stockwerk sind wegen Corona geschlossen, der Rest des Komplexes ist jedoch offen. Es ist ein ganz normaler Tag im Shopping Center im Nordwesten Teherans, eines der am meisten bevölkerten Zentren der Stadt.

Helden der Krise: Ärzte und Pfleger. Bild: TM

Sogar die Parkplätze vor dem Center sind geschlossen und haben ein Schild “Kapazität erreicht”, das am Eingang hängt.Seit dem 13. April gab es keine hohen Fallzahlen bei Neuinfizierten und Gestorbenen, sodass nicht mehr als zweistellige Todeszahlen gemeldet wurden. An sieben von acht Tagen nun aber wurden mehr als 100 Fälle pro Tag gemeldet.


Die Sprecherin des Gesundheitsministeriums verkündet den Tod von 116 Patienten in den letzten 24 Stunden. Die Sprecherin, die täglich die offiziellen Statistiken im Iran verkündet, sagt, dass die Zahl der Toten 9623 erreicht hat. Nach Angaben von Sima Sadat Lari wurden 2369 neue Infizierte in den letzten 24 Stunden registriert und hat damit insgesamt 204.952 Fälle im Iran erreicht. Sie erklärte, dass die Lage in Hormozgan, Khuzestan, Kermanshah und Ost Aserbaidschan den Zustand “rot” erreicht habe.


Alireza Zali, Chef des Zentrum im Kampf gegen Corona in Teheran meldete einen Anstieg von Patienten mit Corona in der Hauptstadt: “Die Anzahl der Infizierten, ins Krankenhaus eingelieferten und gestorbenen Patienten hat sich verändert.” Zali erläutert: “Corona wird auf der Welt eine lange Zeit herumgehen und wir können kein genaues Datum für ein Verschwinden des Virus auf der Welt erkennen. Daher müssen spezielle Maßnahmen getroffen werden, um das Virus zu bekämpfen.”


Die ILNA Nachrichtenagentur, die als arbeiternah gilt, meldete, dass Corona ein neues Hoch erreicht hat. Die Agentur erklärt, dass das Gesundheitsministerium die Menschen “unaufmerksam” gemacht habe, da es genaue Zahlen zurückhalte.In diesen Tagen is t der Iran an einer wirtschaftlichen sehr schwierigen Lage, der US-Dollar hat den höchsten Preis der letzten Jahre erreicht und die Haushaltskosten steigen stark. Die Preise vieler Dinge steigen stündlich und viele sind mit der Lage unzufrieden.


Taher Shahsavari, ein 33 Jahre alter Angestellter eines Telekomladens in Teheran erzählte von Verzögerungen bei den Gehaltszahlungen und dass er Angst über die Arbeit in einer Epidemie-gefährderten Umgebung hat: “Die Straßen sind voll und viele nutzen keine Schutzmaßnahmen. Keiner kann zuhause bleiben und seine Einnahmen in einer solchen Lage gefährden. Arbeiter bekommen keine Unterstützung, jeder beschwert sich und am Ende müssen wir uns um uns selbst kümmern.”


Immer seltener im Alltag: Masken zum Schutz. Bild: TM

Monate nach dem ersten Kontakt sind die Krankenhäuser wieder voller Patienten. In solchen Zeiten zeigt sich deutlich, wie wichtig und wertvoll Manpower ist, die ständig von der Gefahr der Ansteckung durch Schutzmaßnahmen geschützt werden muss. Das ist sehr wichtig. Auch die meisten Büros empfangen ihre Kunden in ihrem Arbeitsumfeld und esist notwendig, dass ein Mindestmaß an Gesundheitsmaßnahmen für die verschiedenen Dienstleistungen eingerichtet werden. Weder Volk noch Regierung zeigen den Willen, einen erneuten Shutdown zu akzeptieren.Im Moment zeigen verschiedene Berichte über das menschliche Verhalten aus der Stadt und ihren Interaktionen, insbesondere Verkehr, dass viele Menschen einfach müde geworden sind und nicht mehr gegen den Virus kämpfen, keine Schutzmaßnahmen nutzen.


Heute hat sich die Arbeit in den Krankenhäusern im Vergleich zu den ersten Tage der Pandemie verändert: Nun werden auch reguläre Patienten zu den Corona-Patienten aufgenommen und die Kliniken müssen verschiedene Stationen organisieren, um die Patienten zu behandeln. Die Schwestern sind unter großem Druck und arbeiten hart. Elahe Yazdi, einer der Schwestern im Imam Hospital in Teheran: “Finanzielle Geschenke und andere Anreize für das Pflegepersonal wurde von den Offiziellen in den Medien versprochen und sie haben sich mit Klinikteams getroffen. Offizielle erklären ihre Unterstützung und sagen uns, dass wir uns während des Hochs der Pandemie gut geschlagen haben. Aber trotzdem werden keine Restriktionen für die Öffentlichkeit verhängt, damit wir nicht in die Lage des ersten Hochs zurückkommen. Mit dem täglichen Steigens der Anzahl der Patienten, die in die Krankenhäuser eingeliefert werden, werden wir bald wieder die Zahl während des ersten Hochs des Virus erreichen werden.”


Viele Menschen leben wieder normal - und gefährden sich und andere. Bild: TM

Maryam Hazrati, Chefin des Departments für Pflege, Gesundheit, Versorgung und Ausbildung sagt: “80.856 Schwestern, rund 65 Prozent des Personals, sind an der Front im Kampf gegen Corona. Viele von ihnen werden depressiv, weil so viele Patienten sterben. Diese Statistiken zeigen nur die Lage der öffentlichen Krankenhäuser und beinhaltet nicht die Zahlen der Armeekliniken, Wohlfahrtsorgani-sationen, Banken und den privaten Kliniken.”Eine Studie des Gesundheits-ministerium zeigt, dass der wichtigste Faktor bei dem Ansteigen von Ermüdung und Depressionen beim Pflegepersonal weder die Arbeitsbelastung, Angst vor Ansteckung noch die Distanz von der Familie ist, sondern die vielen Tode der Patienten. Obwohl viele Schwestern hart arbeiten und durchhalten, ist es sehr schwer für sie zu ertragen, dass so viele Patienten sterben. Beratungscenter wurden in vielen Kliniken eingerichtet und psychologische Hilfe in Zusammenarbeit mit Psychologen und Psychiatern angeboten.


In Anwesenheit des Stellvertretenden Gesundheitsministers der medizinischen Hochschulen wurde beschlossen, die Anzahl der Kliniken mit 16 und 24 Stunden Versorgung zu erhöhen, um die Kliniken von den Patienten mit leichteren Symptomen zu erleichtern. Ein Weg, um die Kliniken zu unterstützen, ist die Nutzung dieser Gesundheitscenter, die mehr Budget und Personal haben, und soll die Krankenhäuser entlasten.