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Auch ein goldener Käfig ist immer ein Käfig

Die Zweitfrau des Emirate-Emirs Muhammad Al Maktoum Prinzessin Haya soll zusammen mit ihren zwei Kindern nach Europa geflüchtet sein. Für den Scheich, welcher gleichzeitig Vizepräsident von den Vereinigten Arabischen Emiraten ist, sind solche Skandale nicht fremd. Bereits 2018 flüchtete seine Tochter Latifa nach Indien, wurde jedoch kurz vor der Küste von der indischen Küstenwache festgenommen. Damals beschrieb Latifa ihren Vater in einem weitverbreiteten Video als das "Böse in Person" und erzählte von körperlichen Misshandlungen sowie Zwangseinnahme von Drogen.


Die Prinzessin in besseren Tagen

Dies führte damals, wie auch jetzt, zu einem großen Imageproblem des Staates, welcher sich gerne als weltoffen und modern präsentiert. Beide Fälle zeigen jedoch das jenseits des Images ein autokratisches Regime steckt, an dem Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung stehen. Amnesty International wirft der Regierung massive Einschränkungen in der Versammlungs- und Meinungsfreiheit vor.

Der aktuelle Fluchtversuch zeigt, das die Vereinigten Arabischen Emirate trotz der Reformen noch einen weiten Weg vor sich hat. Insbesondere die Priviligien der Herrscherfamilien zu denen auch anscheinend die Entbindung vom Gesetz gehört stellen vermutlich die größte Herausforderung dar. Bereits jetzt investiert die königliche Familie in moderne Technologien für den Tag, an dem das Öl aufhört zu sprudeln und somit auch ihre Macht ins Schwanken kommt. Diesem Einfluss konnte Haya sich entziehen und kann nun erfahren was heißt ein Leben in Freiheit zu führen. Für viele Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten bleibt dies jedoch ein weit entfernter Traum, welcher hoffentlich eines Tages in Erfüllung geht.