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Airlines im Iran in der Krise

Von Tooba Moshiri, Iran

Die Corona-Krise im Iran hat Flugreisen für Iraner immer rpopulärer gemacht. Obwohl Offizielle stolz verkündeten, dass die Preise für den Luftverkehr rund um das persische Neujahrsfest Norouz nicht gestiegen sind, ist die letzte Preiserhöhungsrunde für die Tickets nur drei Monate her.


Hadi Marzooq, ein junger Mann, der als Ingenieur in der Provinz Hormozgan arbeitet, sagt, dass die Preise in den letzten Monaten um 100 Prozent gestiegen sind: “Ich fliege häufig zwischen Arbeit und Heim. Ein Ticket von Bandar Abbas nach Teheran war im Herbst letzten Jahres um die 250.000 Toman. Jetzt kostet das billigste Ticket mindestens 500.000 Toman. Das ist doppelt so viel wwie es früher war.”


Dichtes Gedränge. Bild: TM
Dichtes Gedränge. Bild: TM

Diese Preiserhöhungen betreffen aber rnicht nur inländische Verbindungen. Yekta Shojaee studiert in Indien. Yekat hat längere Erfahrungen mit inländischen und ausländischen Fluglinien in den Zeiten von Corona. Er erzählt, dass die meisten ausländischen Airlines ihre Dienste in den Iran gestoppt hatten. Mahan und andere iranische Airlines jedoch boten weiterhin ihre Dienste an. Der Unterschied war, dass jeder Sitz bei Mahan Air fünfmal teurer und sogar teurer als Emirates war. Yekta glaubt, dass der größte Unterschied zwischen den iranischen Airlines und ausländischen Linien die Disziplin ist.


“Während dieser Zeit hatten die ausländischen Airlines viele Stornierungen. Aber alle Maßnahmen beruhten auf Regeln und Prinzipien und alle Vorsichtsmaßnahmen galten für jeden. Die meisten iranischen Airlines aber führten ihre Geschäfte trotz der weltweiten Verbreitung weiter. In den meisten Fällen waren die Informationen auf den Webseiten und Apps der Airlines nicht richtig und für wahre Informationen musste man das Hauptquartier in Teheran anrufen.”


Die Airlines sind auf das Geld angewiesen - ud gehen hohe Risiken ein. Bild: TM
Die Airlines sind auf das Geld angewiesen - und gehen hohe Risiken ein. Bild: TM

Aber Yekta war nicht der einzige, der sich wegen der fehlenden Einhaltung der Schutzmaßnahmen beschwerte. Mahan Air war eine der wenigen Airlines, die weiterhin Flügen zwischen Iran und China anboten, als die meisten Airlines ihre Dienste stoppten. Viele Chinesen nutzten daher Flüge von Mahan in den Iran und zurück nach China, um zwischen zwei chinesischen Städten hin- und her zufliegen. Dieser Missbrauch führte zu großen Protesten gegen den fehlenden Eifer zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen bei Mahan.


Mahan wiederum behauptete, dass die Flüge zur Heimholung von Iranern aus China dienten. In jüngster Zeit gab es erneut Proteste gegen die fehlende Nutzung von Masken und PCR-Tests, deren Ergebnisse nicht ernst genommen wurden.

Nach offiziellen Vorschriften müssen Passagiere bei Einreise in den Iran ein Attest oder einen negativen PCR-Test vorweisen. Diese Vorschriften gelten offenbar nicht für alle Airlines, die ihre eigenen Interptretationen zu den Regeln hinzufügen und nach ihren eigenen Vorstellungen arbeiten.


Einige iranische Airlines dürfen Passagiere aus Europa, Asien und Nachbarländern an Bord nehmen, auch wenn kein negativer PCR-Test vorliegt. Sie dürfen sogar den wichtigen Imam Khomenei Airport betreten. Nach Ankunft stehen diese Passagiere in einer langen Reihe bei den Gesundheitscheck und ein Test soll genommen werden. In den meisten Airports auf der Welt dürfen Menschen ohne Test jedoch nicht mal die Airports betreten und werden vom Flug abgehalten.


Iraner warten am Band. Bild: TM
Iraner warten am Band. Bild: TM

Iranische Airlines haben diese Vorschrift nicht umgesetzt, um mehr Kunden anzulocken und ihre Flüge besser ausbuchen zu können, was zu einer Weiterverbreitung von Corona im Land führen kann. Nach Angaben der IRNA Nachrichtenagentur wurden die Flüge am Imam Khomenei Airport auf nur noch 30-35 Flüge täglich von bisher 250 bis 300 Flügen täglich reduziert.


Dehghani Zanganeh, Vorsitzender der Iranischen Luftverkehrsorganisation erklärte, dass die Beschränkungen auf 60 Prozent nur die inländischen Flüge betrifft. Da die Passagiere aus dem Ausland einen negativen PCR-Test vorweisen müssen, dürfen diese alle Sitzplätze in ihren Flugzeugen verkaufen.


In der Zwischenzeit beschweren sich Passagiere, dass die Airlines ihre Richtlinien nicht ernst nehmen. Bei vielen Inlandsflügen und an vielen Airports wurden auch Passagiere mit Fieber eingescheckt und fast alle Passagiere dürfen unter allen Konditionen wahrnehmen.

Touraj Dehghan Zanganeh gab bekannt, dass Lufthansa als eine der ältesten und stärksten Airlines auf den iranischen Verbindungen wieder seine Verbindungen öffnen möchte. In Bezug auf die Corona-Krise als Hauptgrund für die Suspendierungen der Flüge ergänzt er: “In unseren Meetings mit den ausländischen Airlines haben wir verdeutlicht, dass die iranischen Lufträume sicher sind und wir keine Probleme haben. Andere Airlines wie British Airways, Australian Airways, KLM und andere werden ihre Flüge wieder aufnehmen.